Informationsblatt · Raumlufttechnik
Klassifikation von Luftfiltern*
Bauarten, die Zuordnung der alten EN-779-Klassen zu DIN EN ISO 16890 und die Auswahllogik nach VDI 6022 Blatt 1.
* Unverbindliche Zusammenstellung normativer Angaben. Das Blatt bildet den aktuellen Informationsstand ab und kann sich ändern, wenn neue Informationen erscheinen.
Welche Filterbauarten kommen in raumlufttechnischen Anlagen zum Einsatz, welche Klasse ist die richtige – und wie verhalten sich die alten Bezeichnungen nach EN 779 zu den heute geltenden Klassen der DIN EN ISO 16890?
01 – Bauarten
Filterbauarten in der Lüftungstechnik
Flache Filterpaneele mit geringer Bautiefe (typisch 25 – 100 mm), oft mit Glasfaser- oder Synthetikvlies. Klassischer Einsatz als Vor- bzw. Grobfilter, der nachgelagerte Stufen vor groben Verunreinigungen schützt und deren Standzeit verlängert.
In Strömungsrichtung hintereinander angeordnete, taschenförmige Filtermedien. Die große effektive Filterfläche ergibt hohe Staubaufnahmekapazität und lange Standzeiten. Verbreitet als Vor- und Hauptfilter in der Mittel- bis Feinstaubfiltration.
Plissiertes Filtermedium in stabilem Rahmen, häufig in V-Form. Bei kompakter Bautiefe wird eine sehr große wirksame Fläche erreicht – geringe Druckverluste bei hoher Abscheideleistung. Typisch als Hauptfilterstufe im Feinstaubbereich (ePM2,5 / ePM1).
Filter mit Aktivkohle oder vergleichbaren Adsorbentien. Sie scheiden keine Partikel ab, sondern binden gasförmige Schadstoffe wie Gerüche, flüchtige organische Verbindungen, Ozon oder Stickoxide – einzusetzen, wenn die Gasbelastung der Außenluft relevant ist.
02 – Klassen
Von EN 779 zu DIN EN ISO 16890
Bis Mai 2018 wurden Luftfilter in RLT-Geräten nach DIN EN 779 klassifiziert – nach Abscheideleistung gegenüber Partikeln, in drei Gruppen: G1 – G4 Grobstaub, M5 – M6 Mittelstaub, F7 – F9 Feinstaub.
Mit der DIN EN ISO 16890 wurde dieses System durch ein wirklichkeitsnäheres Verfahren abgelöst: Filter werden nach ihrer Abscheideleistung gegenüber den lungengängigen Partikelfraktionen ePM1, ePM2,5 und ePM10 beurteilt.
| Klasse nach EN 779 | Klasse nach DIN EN ISO 16890 |
|---|---|
| G2 | ISO coarse ≥ 30 % |
| G3 | ISO coarse ≥ 45 % |
| G4 | ISO coarse ≥ 60 % |
| M5 | ePM10 ≥ 50 % |
| M6 | ePM2,5 ≥ 50 % |
| F7 | ePM1 ≥ 50 % |
| F8 | ePM1 ≥ 70 % |
| F9 | ePM1 ≥ 80 % |
Die Zuordnung ist eine fachlich übliche Näherung – eine 1:1-Übersetzung zwischen beiden Systemen ist wegen unterschiedlicher Prüfverfahren nicht möglich. Maßgebend bleibt die Klassifizierung nach DIN EN ISO 16890.
03 – Auswahl
Filterauswahl nach VDI 6022 Blatt 1
Maßgebend ist die Kombination aus vorliegender Außenluftqualität (AUL 1 – 3) und gewünschter Zuluftqualität (ZUL 1 – 3). Die geforderten Mindestabscheidegrade beziehen sich auf die Partikelfraktionen PM1, PM2,5 und PM10. Die Matrix ist an Abbildung 10 der Richtlinie angelehnt.
+ ePM1 ≥ 50 %
+ ePM1 ≥ 50 %
+ ePM1 ≥ 50 %
+ ePM1 ≥ 50 %
+ ePM1 ≥ 80 %
+ ePM1 ≥ 50 %
+ ePM1 ≥ 50 %
Liegen die Gaskonzentrationen in der Außenluft oberhalb der WHO-Richtwerte, sind ergänzend geeignete Molekularfilter vorzusehen.
04 – Betrieb
Ergänzende Vorgaben aus der VDI 6022 Blatt 1
Die Richtlinie gibt detaillierte Intervalle vor, in welchen Abständen Luftfilter zu prüfen, zu inspizieren und zu wechseln sind. Nur deren konsequente Einhaltung gewährleistet dauerhaft eine hygienisch einwandfreie Zuluftqualität.
Luftfilter dürfen niemals unmittelbar hinter Luftbe- oder Luftentfeuchtern angeordnet sein. Feuchtigkeit am Filtermedium begünstigt mikrobielles Wachstum und mindert die Hygiene der gesamten Anlage rasch.
- DIN EN ISO 16890 – Luftfilter für die allgemeine Raumlufttechnik
- DIN EN 779 (abgelöst, Klassen G/M/F)
- VDI 6022 Blatt 1 (01/2018) – Hygieneanforderungen an Raumlufttechnische Anlagen und Geräte, insbesondere Abbildung 10
Hinweis zur Verwendung: Maßgebend sind die geltenden Fassungen der genannten Norm und Richtlinie sowie die objektbezogene Planung. Die Gegenüberstellung der Filterklassen ist eine Näherung. Eine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wird nicht übernommen.